L’Arche: Ideologisch motivierter Missbrauch hinter einer Fassade der Nächstenliebe
Jean Vanier, der Gründer von L’Arche, einer international anerkannten Gemeinschaft für Menschen mit geistiger Behinderung, galt lange als moralische Autorität. Doch zwei unabhängige Untersuchungen, veröffentlicht 2020 und 2023, zeichnen ein anderes Bild: Vanier soll mindestens 25 Frauen über Jahrzehnte hinweg sexuell und spirituell missbraucht haben. Ein Netzwerk des Missbrauchs Die Untersuchungen, beauftragt von L’Arche International, enthüllten, dass Vanier in engem Kontakt mit dem Priester Thomas Philippe stand, der bereits in den 1950er Jahren wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden war. Vanier soll dessen "mystisch-sexuelle" Praktiken übernommen und weitergeführt haben. Die betroffenen Frauen berichteten, dass Vanier seine spirituelle Autorität nutzte, um sie zu sexuellen Handlungen zu drängen, die er als Teil einer göttlichen Offenbarung darstellte. Die Rolle von L’Arche L’Arche, gegründet 1964 in Frankreich, hat heute über 150 Gemeinschaften in 38 Ländern....